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Was ist Keuchhusten (Pertussis)?

Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die über mehrere Wochen bis Monate andauern kann. Deshalb wird die Erkrankung oft auch als „100-Tage-Husten“ bezeichnet.  


Es ist richtig, dass Keuchhusten speziell für Babys lebensbedrohlich werden kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es sich um eine Kinderkrankheit handelt. Auch Jugendliche und Erwachsene können sich anstecken – und die Erreger an Risikogruppen wie Säuglinge, Senioren oder chronisch Kranke übertragen.  


Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher nicht nur eine frühzeitige Keuchhusten-Impfung im Säuglingsalter, sondern auch Auffrischimpfungen für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen.

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Keuchhusten ist keine reine Kinderkrankheit: 60 Prozent der Erkrankungen treten bei Erwachsenen auf.¹ Umso wichtiger ist es, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Auffrischimpfung im Erwachsenenalter nicht zu vergessen.

Häufigkeit und Verbreitung

Wie verbreitet ist Keuchhusten?

Keuchhusten ist weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege.  

  • Anders als bei der Grippe (Influenza) wird bei Keuchhusten keine saisonale Häufung beobachtet.1
  • Die Erkrankung tritt das ganze Jahr über und in allen Altersgruppen auf.

Ein epidemieartiger Anstieg der Keuchhusten-Fälle wird im Abstand von etwa vier bis sechs Jahren beobachtet. In solchen „epidemischen Jahren“ erkranken Säuglinge am häufigsten und müssen oft im Krankenhaus behandelt werden.


Laut der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen wurden im Jahr 2024 in Deutschland über 25.000 Keuchhusten-Fälle gemeldet.2


Gut zu wissen: Keuchhusten ist eine meldepflichtige Erkrankung. Stellt der Arzt eine Keuchhusten-Infektion fest, muss diese an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Gemäß Infektionsschutzgesetz dürfen Erkrankte Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten nicht betreten – dies gilt bereits bei einem Verdacht auf Keuchhusten.  

Ansteckung

Wie steckt man sich mit Keuchhusten an?

Keuchhusten ist hochansteckend. Und: Man kann sich immer wieder infizieren – eine durchgemachte Infektion schützt nicht lebenslang.

  • Die Keuchhusten-Erreger sind Bakterien (meist Bordetella pertussis), die durch feinste Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden.
  • Fast jeder Kontakt mit einem Erkrankten führt bei ungeschützten Personen zu einer Ansteckung (Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit BIÖG, ehemals BZgA).3

Infizierte sind ansteckend, noch bevor sie Symptome verspüren. Bis erste Beschwerden auftreten, dauert es meist 9 bis 10 Tage – gleichzeitig erreicht die Ansteckungsfähigkeit in den ersten beiden Krankheitswochen ihren Höhepunkt. Wenn eine Behandlung ausbleibt, können Erkrankte die Erreger auch danach noch über mehrere Wochen hinweg übertragen. 

Typischer Keuchhusten-Verlauf

Welche Symptome sind charakteristisch für Keuchhusten?

Eine Keuchhusten-Erkrankung kann über mehrere Wochen bis Monate andauern. Charakteristisch für Keuchhusten sind anfallsartige, quälende Hustenattacken, die oft von Würgen und Erbrechen sowie von einem keuchenden Geräusch beim Einatmen begleitet werden.


Die häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung. Darüber hinaus kann es aufgrund der heftigen Hustenattacken z. B. auch zu Rippenbrüchen oder Einblutungen ins Auge kommen.


Insbesondere bei Säuglingen kann Keuchhusten einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Doch auch ältere Erwachsene und Menschen mit Grunderkrankungen sind gefährdet, Komplikationen zu entwickeln.   

Symptome bei leichtem Verlauf

Welche Symptome treten bei leichtem Keuchhusten auf?

Wie schwer man erkrankt und ob es zu Komplikationen kommt, hängt vor allem vom Impfstatus ab.


Bei Jugendlichen und gesunden Erwachsenen sowie bei geimpften Kindern verläuft Keuchhusten in der Regel nicht mit der klassischen Keuchhusten-Symptomatik.1,4 Meist tritt lediglich ein langwieriger Husten auf.


Bei leichtem Krankheitsverlauf werden die Symptome daher oft mit einer „normalen“ Erkältung verwechselt – so können unerkannte Keuchhusten-Infektionen zur Gefahr für Risikogruppen werden.

Schwerer Verlauf

Welche Symptome kennzeichnen einen schweren Keuchhusten-Verlauf?

Bei ungeimpften Personen verläuft die erste Infektion in der Regel in drei Stadien. Erst in der zweiten Phase der Erkrankung treten die typischen Keuchhusten-Symptome auf: 1,4  

1. Phase (Dauer: 1 bis 2 Wochen):  

  • Erkältungsähnliche Symptome (z. B. Schnupfen, leichter Husten), meist ohne oder mit nur mäßigem Fieber.  
  • In dieser Zeit sind Erkrankte besonders ansteckend.  

2. Phase (Dauer: 1 bis 2 Wochen): Klassische Keuchhusten-Symptome treten auf:

  • Quälende Hustenanfälle (Stakkatohusten), die oft von Würgen und Erbrechen begleitet werden und zum Teil gehäuft nachts auftreten.  
  • Die Hustenstöße werden oft mit dem typischen keuchenden Atemgeräusch beim Einziehen der Luft beendet.  
  • Bei Neugeborenen und Säuglingen sind lebensgefährliche Atemstillstände möglich.  
  • Meist besteht kein oder nur mäßiges Fieber. Eine erhöhte Temperatur kann auf eine Infektion mit einem zweiten Bakterium hinweisen (Sekundärinfektion).  

3. Phase (Dauer: ca. 6 bis 10 Wochen):  

  • Die Hustenanfälle klingen langsam ab.  
  • Bestimmte Trigger wie körperliche Anstrengung, kalte Luft oder Zigarettenrauch können jedoch noch über mehrere Monate hinweg Reizhusten verursachen. 

Komplikationen

Welche Komplikationen können bei Keuchhusten auftreten?

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist die häufigste Komplikation bei Keuchhusten.


Mögliche weitere Komplikationen sind z. B.:1,3

  •  Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündung 
  • Infolge der heftigen Hustenattacken:               

- Inkontinenz 
             

- Rippenbrüche  
             

- Hernien (Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle)  
             

- Einblutungen im Auge (durch Platzen von Blutgefäßen), seltener im Gehirn


Säuglinge können den Schleim in den Atemwegen noch nicht abhusten und es können Atemaussetzer, Krämpfe der Stimmlippen, Krampfanfälle und selten auch Schädigungen des Gehirns infolge von Sauerstoffmangel auftreten. Letztere können zu bleibenden Schäden wie Lähmungen sowie geistigen Störungen und Seh- und Hörbeeinträchtigungen führen.3  

Risikofaktoren

Welche Faktoren erhöhen das Risiko, schwer zu erkranken?

Der wichtigste Risikofaktor für eine Keuchhusten-Erkrankung ist ein fehlender oder unzureichender Impfschutz. Auch ein höheres Lebensalter sowie chronische Grunderkrankungen können einen schweren Verlauf begünstigen.


Insbesondere folgende Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken:

  • Säuglinge
  • Senioren
  • Menschen mit Grunderkrankungen (z. B. Asthma, COPD, Depression, Typ-2-Diabetes, chronische Nierenerkrankung)  

Schutz vor Keuchhusten

Wie kann man sich vor Keuchhusten schützen?

Eine Impfung kann vor einer schweren Keuchhusten-Erkrankung schützen. Daher sollen laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) alle Kinder und Erwachsenen gegen Keuchhusten immunisiert werden5,6 – die Keuchhusten-Impfung zählt somit zu den Standardimpfungen.

Impfschutz für Säuglinge, Kinder und Jugendliche

Für Säuglinge kann Keuchhusten lebensbedrohlich werden – sie haben keinen natürlichen Nestschutz und sollen laut STIKO durch folgende Maßnahmen geschützt werden:5,6 

  • Impfung von Säuglingen so früh wie möglich: Die Grundimmunisierung gegen Keuchhusten besteht aus drei Teilimpfungen, die im Alter von 2, 4 und 11 Monaten erfolgen.  
  • Impfung der werdenden Mutter zum Schutz ihres Neugeborenen im dritten Schwangerschaftsdrittel (passive Immunisierung). Besteht ein Risiko für eine Frühgeburt, soll die Keuchhusten-Impfung bereits im zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen.   
  • Aktueller Impfschutz bei engen Kontaktpersonen eines Neugeborenen: Alle Familienmitglieder und enge Kontaktpersonen (z. B. Großeltern, andere Betreuende) sollten rechtzeitig vor der Geburt ihren Impfschutz überprüfen lassen. Liegt die letzte Keuchhusten-Impfung mehr als 10 Jahre zurück, wird eine Auffrischimpfung empfohlen.


Für Kinder und Jugendliche sind laut STIKO folgende Auffrischimpfungen vorgesehen:5,6  

  • im Alter von 5 bis 6 Jahren und  
  • im Alter von 9 bis 16 Jahren.  

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Impfschutz für Erwachsene

Weil der Impfschutz gegen Keuchhusten mit der Zeit nachlässt, ist laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Erwachsenen eine einmalige Auffrischimpfung vorgesehen.5,6 Mehr erfahren >

 

Spezielle Impfempfehlungen für Keuchhusten spricht die STIKO für Schwangere, enge Kontaktpersonen von Neugeborenen und für Personal in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen aus.


Vor allem Ältere und Menschen mit Grunderkrankungen* sollten sich vor Keuchhusten schützen – das machen die folgenden Zahlen deutlich: 

  • 1 von 10 Keuchhusten-Erkrankten über 65 wird im Krankenhaus behandelt.  
  • Fast die Hälfte der älteren Keuchhusten-Patienten erleidet wahrscheinlich Komplikationen wie Lungenentzündung, Rippenbrüche oder Inkontinenz.  
  • Erwachsene mit chronischen Grunderkrankungen* haben ein bis zu 2,7-fach erhöhtes Risiko, sich anzustecken. Schwere Keuchhusten-Komplikationen treten häufiger auf.  


*z. B. Asthma, COPD, Depression, Typ-2-Diabetes, chronische Nierenerkrankung. 

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Standardimpfungen, die von der STIKO empfohlen werden. Dazu zählt auch die Keuchhusten-Impfung für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und die einmalige Auffrischimpfung im Erwachsenenalter.

Andere vor einer Ansteckung schützen: Keuchhusten ist hochansteckend. Erkrankte sollten zu Hause bleiben und sich von Familienangehörigen oder anderen Mitbewohnern räumlich separieren. Insbesondere sollten sie nicht in Kontakt kommen mit Säuglingen, Kleinkindern oder älteren bzw. chronisch kranken Menschen. Es gilt das Infektionsschutzgesetz. Durch eine Antibiotika-Behandlung verringert sich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit – auch auf diesem Wege lässt sich das Risiko für weitere Ansteckungen reduzieren.    

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Schutzimpfung gegen Keuchhusten - für wen wird sie empfohlen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt standardmäßig eine Impfung gegen Keuchhusten für:
  • Alle Säuglinge
    Die Grundimmunisierung erfolgt durch drei Teilimpfungen mit 2, 4 und 11 Monaten.
  • Alle Kinder und Jugendliche
    
Jeweils eine Auffrischimpfung ist im Alter von 5-6 Jahren und zwischen 9-16 Jahren vorgesehen.
  • Alle Erwachsene
    Eine einmalige Auffrischimpfung in Kombination mit O der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung wird allen Erwachsenen empfohlen.
Darüber hinaus gelten spezielle Impfempfehlungen für:
  • Schwangere (in jeder Schwangerschaft)
  • Enge Kontaktpersonen von Säuglingen (wenn die letzte Keuchhusten-Impfung länger als 10 Jahre zurück liegt)
  • Personen, die in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind (alle 10 Jahre)

Behandlung

Da es sich beim Keuchhusten-Erreger um ein Bakterium handelt, kann die Erkrankung mit einem Antibiotikum behandelt werden.


Eine antibiotische Behandlung kann jedoch nur dann eine Linderung der Hustenattacken bewirken, wenn sie möglichst frühzeitig (d. h. noch vor Beginn des Hustens oder in den ersten ein bis zwei Wochen danach) eingeleitet wird.

  
Grundsätzlich ist die Antibiotika-Behandlung von großer Bedeutung, da sie die Ansteckungsfähigkeit reduzieren kann.


Als Basismaßnahme wird außerdem (wie bei allen Atemwegsinfekten) eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr empfohlen. Bei starken Hustenattacken mit Würgereiz sollten besser mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag hinweg verteilt aufgenommen werden.


Bei einer Behandlung im Krankenhaus können je nach Gesundheitszustand weitere medizinische Maßnahmen notwendig sein.


Säuglinge unter 6 Monaten und Menschen mit schweren Grunderkrankungen werden bei Keuchhusten in der Regel im Krankenhaus behandelt.  

Häufige Fragen zu Keuchhusten

Wie erkenne ich, dass ich Keuchhusten habe?

Eine frühzeitige und sichere Selbstdiagnose ist kaum möglich: Denn in der ersten Phase der Erkrankung, in der Betroffene besonders ansteckend sind, treten in der Regel lediglich leichte Beschwerden wie Schnupfen und leichter Husten auf, die oft zu einer Verwechslung mit einer „normalen“ Erkältung führen. Der typische Keuchhusten setzt erst ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung ein. 


Zudem zeigt sich eine Keuchhusten-Infektion bei Jugendlichen und Erwachsenen sowie bei geimpften Kindern meist wie ein „gewöhnlich“ erscheinender, langwieriger Husten – diese unerkannten Keuchhusten-Fälle können zu unbemerkten Ansteckungen führen.  


Du hattest Kontakt mit einem Erkrankten? Dann informiere Deine Hausarztpraxis telefonisch und besprich das weitere Vorgehen. Solange es keine „Entwarnung“ gibt, solltest Du zu Hause bleiben und Dich in der Wohnung räumlich von Familienmitgliedern oder Mitbewohnern separieren. Das gilt insbesondere, wenn Säuglinge, Ältere oder chronisch Kranke im Haushalt leben.  


Gut zu wissen: Wenn Ungeimpfte Kontakt mit Erkrankten hatten, wird eine vorsorgliche Antibiotika-Behandlung empfohlen, damit die Erkrankung nicht ausbricht.  

Wie hört sich Keuchhusten an?

Typisches Symptom ist ein krampfartiger Husten, der anfallsartig auftritt. Am Ende der Hustenstöße folgt das charakteristische keuchende Geräusch beim Einatmen, das der Erkrankung ihren Namen gegeben hat. Die Hustenattacken werden zum Teil auch von Würgen und Erbrechen begleitet.

Ist Keuchhusten eine Kinderkrankheit?

Nein, Keuchhusten ist keine Kinderkrankheit. Man kann sich in jedem Lebensalter anstecken und erkranken. Es ist richtig, dass Keuchhusten insbesondere bei Säuglingen lebensbedrohlich verlaufen kann. Doch 60 Prozent der Erkrankungen treten bei Erwachsenen auf.1


Sowohl eine durchgemachte Infektion als auch eine Keuchhusten-Impfung schützen nicht lebenslang.  



Daher ist es wichtig, dass… 

  • … alle Erwachsenen an die von der Ständigen Impfkommission (STIKO)3,4 empfohlene Auffrischimpfung denken. 
  • … enge Kontaktpersonen von Neugeborenen und Säuglingen auf einen aktuellen Impfschutz gegen Keuchhusten achten.  
  • … werdende Mütter sich in jeder Schwangerschaft gegen Keuchhusten impfen lassen.  
  • … Personen, die in Gesundheits- oder Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind, alle 10 Jahre ihren Impfschutz gegen Keuchhusten auffrischen lassen (zusammen mit der fälligen Tetanus- und Diphtherie-Impfung). 

Mehr über die Impfempfehlungen der STIKO erfahren >

Was passiert, wenn man Keuchhusten hat?

Die Keuchhusten-Erreger (Bordetella-Bakterien) binden sich an die Flimmerhärchen in den Atemwegen und setzen verschiedene Giftstoffe frei. Diese können z. B. die Flimmerhärchen lähmen und zerstören, sodass Schleim nicht mehr gut abtransportiert werden kann – in der Folge tritt der typische keuchende Husten auf. 


Zusätzlich schwächen manche der gebildeten Giftstoffe das körpereigene Abwehrsystem.1 

Was ist das Schlimme an Keuchhusten?

Keuchhusten ist hochansteckend: Fast jeder Kontakt mit einem Erkrankten führt bei ungeschützten Personen zu einer Ansteckung.  


Keuchhusten kann vor allem für Säuglinge lebensbedrohlich werden: Säuglinge haben keinen natürlichen Nestschutz gegen Keuchhusten und ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift. Zudem können Babys in den ersten Lebensmonaten den zähen Schleim noch nicht abhusten, wodurch es zu gefährlichen Atemstillständen kommen kann. Daher werden insbesondere Säuglinge unter 6 Monaten meist im Krankenhaus behandelt, wenn sie an Keuchhusten erkrankt sind. 


Auch Ältere oder Menschen mit Grunderkrankungen wie z. B. Asthma, COPD, Depressionen, Typ-2-Diabetes oder einer chronischen Nierenerkrankung sind gefährdet, ernste Verläufe und Komplikationen zu entwickeln.   


Die häufigste Komplikation von Keuchhusten ist eine Lungenentzündung (Pneumonie).  


Weitere mögliche Komplikationen sind z. B.:  

  • Nasennebenhöhlen-, Mittelohrentzündung 
  • Infolge der heftigen Hustenattacken: z. B. Rippenbrüche, Einblutungen im Auge, Inkontinenz und Hernien (Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle)  

Unentdeckte Keuchhusten-Erkrankungen sind eine Gefahr für Risikogruppen: Bei geimpften Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verläuft Keuchhusten in der Regel mild und wird daher oft als hartnäckige Erkältung fehlgedeutet – Risikogruppen wie Säuglinge, Senioren und chronisch Kranke können sich unbemerkt anstecken.  

Mehr zum Impfschutz gegen Keuchhusten >

Was tun bei Verdacht auf Keuchhusten?

Informiere telefonisch das Praxispersonal, bevor Du in die Arztpraxis gehst – so können entsprechende Maßnahmen zum Schutz anderer getroffen werden. 


Achte darauf, dass Du Dich zu Hause von Familienmitgliedern oder Mitbewohnern räumlich abtrennst. 


Vermeide unbedingt den Kontakt mit Säuglingen, Älteren und chronisch Kranken. 


Bereits bei einem Verdacht auf Keuchhusten gilt das Infektionsschutzgesetz: Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten dürfen nicht betreten werden, solange der Verdacht nicht ausgeräumt wurde. 


Gut zu wissen: Ungeimpften wird nach Kontakt mit einem Erkrankten in der Regel eine Antibiotika-Behandlung empfohlen, damit die Erkrankung nicht ausbricht.  

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt stellt eine Keuchhusten-Infektion in der Regel durch einen tiefen Nasen-Abstrich fest, der im Labor ausgewertet wird.  

Wie kann ich mich gegen Keuchhusten schützen?

Gegen Keuchhusten kann man sich impfen lassen. 


Alle Erwachsenen sollten laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine einmalige Auffrischimpfung erhalten – zusammen mit der nächsten fälligen Diphtherie- und Tetanus-Impfung.3,4 


Weitere Auffrischimpfungen für Erwachsene sind vorgesehen für:3,4 

  • Werdende Mütter (in jeder Schwangerschaft)  
  • Enge Kontaktpersonen von Säuglingen (wenn die letzte Keuchhusten-Impfung 10 Jahre oder länger zurückliegt) 
  • Personal im Gesundheitswesen und in Gemeinschaftseinrichtungen (alle 10 Jahre) 

Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche gilt:  

  • Bei Säuglingen soll laut STIKO so früh wie möglich (ab dem zweiten vollendeten Lebensmonat) mit der Grundimmunisierung begonnen werden.  
  • Die erste Auffrischimpfung ist für Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren vorgesehen, die zweite Auffrischimpfung sollte zwischen 9 und 16 Jahren erfolgen.3,4  

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Keuchhusten: Fakten

Keuchhusten ist hochansteckend
Es besteht eine Meldepflicht für Keuchhusten.
Unerkannte 
Keuchhusten-Infektionen

sind eine Gefahr für Risikogruppen wie Säuglinge, Ältere und chronisch kranke Menschen.

Alle Kinder (ab 2 Monaten) und alle Erwachsenen

sollten laut STIKO gegen Keuchhusten immunisiert sein.

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Quellen und medizinische Hinweise
NP-DE-GVU-WCNT-250027, Nov25